Über mich Tätigkeitsbereiche Gebühren Downloads Kontakt Impressum Datenschutz

Fremdwährungsdarlehen

Risiken

Ein Fremdwährungsdarlehen zeichnet sich dadurch aus, dass es in einer anderen Währung als dem Euro vergeben wurde, vorwiegend in Schweizer Franken oder Japanischen Yen. Der Darlehensnehmer sollte niedrigere Zinsen als bei einem vergleichbaren Euro-Darlehen bezahlen und so von der Fremdwährung profitieren. Die Realität sah jedoch anders aus.

Der Darlehensnehmer seine Zahlungen an Zinsen und Tilgung zunächst in Euro an die Bank überwies. Diese rechnete den Betrag um und schrieb ihn dann dem Darlehen in der Fremdwährung gut. Nicht ohne dafür einige Gebühren zu berechnen, die im Darlehensvertrag nicht gesondert ausgewiesen waren und die eigentlich bei Angabe des effektiven Zinssatzes hätten berücksichtigt werden müssen. Wurden sie aber nicht. Der Darlehensnehmer zahlte im Ergebnis oft mehr als für einen vergleichbaren Kredit in Euro.

Offensichtlich lohnte sich das Geschäft zunächst vor allem für die kreditgebenden Banken. Aber auch der Darlehensnehmer sah sich als Gewinner. Zahlte er doch im Vergleich zu normalen Annuitätendarlehen sehr niedrige Zinsen und dass die Wirtschaft und damit auch die Währungskurse stabil bleiben - davon ging man aus. Bis zum bösen Erwachen: Der Wert des Schweizer Franken wurde nicht mehr von der Notenbank beeinflusst, sondern "freigeben". Die Folge: für die Schweizer ist es billiger, in Deutschland einzukaufen, grenznah Schweizer Geschäfte gingen reihenweise in Konkurs. Profitiert haben nur die Banken. Denen ist es egal, welchen Betrag der Darlehensnehmer zurückzahlt. Der Euro hat seit 2015 gegenüber dem Schweizer Franken massiv an Wert verloren.

Im Grunde genommen sind die Fremdwährungsdarlehen reine Spekulationsgeschäfte. Das hat die Bank den Darlehensnehmern natürlich verschwiegen. Dass der Darlehensnehmer am Ende derjenige sein wird, der wesentlich mehr zurückzahlen muss als er eigentlich aufgenommen hat - auf dieses Risiko hat die Bank nicht hingewiesen. Das wäre jedoch ihre Pflicht gewesen. Sie hätte darauf hinweisen müssen, dass sich sowohl Zinssätze als auch Wechselkurse ändern können mit der Folge, dass mit einer gleichbleibenden Rate in Euro immer weniger in Schweizer Franken oder Japanischen Yen getilgt wird.

Das kann folgende konkrete Ausprägungen haben:

- Die Zinsen steigen nicht und die Fremdwährung wertet nicht gegenüber der Heimatwährung ab.
- Die Zinsen sind höher als in der Heimatwährung. Es wird jedoch erwartet, dass die Fremdwährung sich soweit abschwächt, dass die die höheren Zinsen kompensiert werden.
- Die Zinsen sind niedriger als in der Heimatwährung. Es wird erwartet, dass die Fremdwährung leicht steigt, jedoch nicht über den Zinsvorteil.

Häufig wurden die Fremdwährungskredite im Zusammenhang mit einer endfälligen Lebensversicherung oder einer Fondspolice abgeschlossen. Diese sollten soviel Rendite erwirtschaften, dass es am Ende für die Tilgung des Darlehens ausreichen sollte. Allerdings hat sich auch das Trugschluss erwiesen: Häufig haben die Versicherungen nicht annähernd die Rendite erzielt, mit der geworben wurde.

Optionen

Viele Banken haben auch eine Absicherung der Währungsparitäten durch Devisenoptionsgeschäfte angeboten. Bei dem Kauf von Devisenoptionen erwirbt der Käufer das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs an einem bestimmten Termin zu kaufen der zu verkaufen. Der Käufer zahlt für dieses Recht dem Verkäufer bei Abschluss des Geschäfts eine Prämie. Im Gegensatz zum Verkäufer geht der Käufer einer Option keine feste Verpflichtung ein und das Risiko beschränkt sich allein auf den Verlust der Optionsprämie.

Das ist aber auch wieder ein Geschäft mit einem großen Risikopotential für den Kreditnehmer. Wenn sich das Geschäft für den Kreditnehmer positiv entwickelt, kann man große Gewinne erzielen. Umgekehrt potenzieren sich die Verluste.

Risikohinweise

Ein Risikohinweis an den Kreditnehmer, der ihm die Tragweite seines Handelns bewusst gemacht hätte, hätte folgendes beinhalten müssen:

Währungsrisiko

- Durch eine schwächer werdende Fremdwährung verringert sich der Kredit in der Heimatwährung, also ein Vorteil für den Kreditnehmer.
- Verteuert sich die Fremdwährung jedoch, erhöht sich der Kredit in der Hiematwährung - also ein Nachteil.

Zinsänderungsrisiko

- Bei Vereinbarung eines variablen Zinssatzes, der z.B. an den Euribor oder den Libor gekoppelt ist, kann sich bei Änderungen dieser Zinssätze auch erheblich verteuern.

Zusätzliche Kosten

- Transaktionskosten, z.B. beim Währungsumtausch. Das bedeutet, Sie zahlen in Euro, Ihrem Fremdwährungskonto wird Ihre Zahlung jedoch in Schweizer Franken oder Japanischen Yen umgerechnet. Dabei fallen mit jeder Rate oder mit jeder Zahlung, die Sie leisten, Transaktionskosten an. Das kann den Kredit erheblich verteuern.
- Kontoführungsgebühren - die Bank hat einen erhöhten Aufwand und verlangt daher zusätzliche Gebühren für die Buchungen.

Ordnungsgemäße Aufklärung?

Sind Sie von Ihrer Bank über all diese Problematiken, Risiken und möglichen Vortiele auch ordnungsgemäß aufgeklärt worden?

Wenn das nicht der Fall war, haben Sie gute Chancen, gegen Ihre Bank vorzugehen, die Sie falsch beraten hat.

Nach einer ersten groben Schätzung der Wirtschaftsinstitute wurden in den letzten Jahren ca. 300.000 Fremdwährungskredite vergeben.

Bei einer rein theoretischen Berechnung für einen 100.000,- € - Schweizer Franken Kredit haben Sie jetzt durch die Realisierung des Währungskursrisikos einen Verlust von ca. 20.000,- € erlitten. Wollen Sie das einfach so hinnehmen?

Wenn nicht, dann nehmen Sie mit mir Kontakt auf, damit wir Ihr Anliegen besprechen können.

Klagemuster

Wenn auch Sie ein Fremdwährungsdarlehen aufgenommen haben und nun nicht wissen, welche Rechte und Chancen Sie haben, dürfen Sie gerne Kontakt mit mir aufnehmen.

Um einen kleinen Einblick in meine Tätigkeit zu geben, können Sie hier ein Klagemuster [749 KB] gegen eine österreichische Bank einsehen.

Druckbare Version
(c) Rechtsanwalt Peter Parenica 2015