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Vermittlerhaftung

Mit dem Vermittler entsteht ein Beratungsvertrag. Der Vermittler hat damit die Verpflichtung, anleger- und anlagegerecht zu beraten.

Das heißt, er muss nicht nur umfassend und verständlich über das zu verkaufende Produkt beraten, über die Vor- und Nachteile bis hin zum möglichen Kapitalverlust ("anlagegerecht"). Er muss dabei auch genau erklären, worum es sich bei der Anlageform handelt. Finanzprodukte können recht unterschiedlich sein. Das reicht von Fonds, deren Wert sich nach einem bestimmten Kurs richtet, über Unternehmensbeteiligungen in Form von KGs bis hin zu Zertifikaten, bei denen der Totalverlust des Geldes drohen kann.

Erfahrungsgemäß muss leider gesagt werden, dass die wenigsten Vermittler das so genau darstellen. Oftmals wissen die Mandanten noch nach Jahren nicht, was sie eigentlich unterschrieben haben.

Die Beratung muss auch die Lebenssituation, die Erfahrung und die Wünsche des Kunden berücksichtigen ("anlegergerecht"). Was für einen 25-jährigen gut verdienenden Single als Kapitalanlage sinnvoll ist, kann für einen Familienvater hoch riskant sein. Ein jüngerer Anleger kann Verluste besser verkraften als ein älterer, weil ihm noch mehr Arbeitsjahre zur Verfügung stehen, um die Verluste auszugleichen. Darauf nehmen Vermittler in der Regel keine Rücksicht.

Es wird immer nur mit den Vorteilen geworben und die Risiken bagatellisiert oder ganz verschwiegen. Die Vermittler wollen verkaufen, sonst nichts. Die Darstellung von Risiken lassen die Kunden zögern oder ablehnen.

Schadenersatz

Was tun, wenn es schon zu spät ist? Sie haben schon einen unvorteilhaften Vertrag geschlossen?

Auch hier gibt es einen Ausweg.

Aufgrund des Beratungsvertrages haftet der Vermittler Ihnen gegenüber auf Schadenersatz und zwar dann, wenn er gerade nicht anlage- und anlegergerecht beraten hat. Es reicht für eine ordnungsgemäße Beratung nicht aus, wenn der Vermittler Ihnen zusätzlich den Verkaufsprospekt überreicht hat. Er muss auch im Gespräch alle Vor- und Nachteile erwähnen und mit Ihnen durchsprechen und zwar so, dass Sie das auch verstehen.

Hat er das nicht getan, dann haftet er für den Schaden, den er verursacht hat.

Problematisch ist dabei oft, dass der Vermittler nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, den Schaden auch zu bezahlen. Die wenigsten haben eine Versicherung für Vermögensschäden.

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(c) Rechtsanwalt Peter Parenica 2015